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Blick in die Ausstellung

Gnadenlos
Künstlerinnen und das Komische
// 17.11.2012 – 24.02.2013

Gehen Sie zum Lachen doch mal ins Museum! Von absurder Komik über feine Ironie bis zu anarchischem Humor – die Kunsthalle Vogelmann widmet sich den Erscheinungsformen des Komischen in Werken von Künstlerinnen. Meret Oppenheims Objekt „Eichhörnchen“ trifft auf Anna und Bernhard J. Blumes Fotoserie „Küchenkoller“, Rosemarie Trockels Herd-Plastik auf Yoko Onos Filmkunst. Ausgehend von den um 1900 entstandenen Slapstickfilmen von Alice Guy-Blaché bis in die jüngere Gegenwart präsentiert die Ausstellung die Vielfalt eines bislang nahezu unerschlossenen Themas: Erstmals in dieser Bandbreite zeigt sie, wie Künstlerinnen das Komische als Strategie und Methode in ihren Werken einzusetzen wussten und damit auf Gesellschaft, Politik und Kunst reagierten. Ein facettenreicher Streifzug durch die avantgardistische Praxis des Humors. 

Das Komische zog mit dem Umbruch in die Moderne in die Kunst ein, erfuhr bereits im Futurismus künstlerisch-strategische Bedeutung und ist bis heute elementarer Bestandteil subversiver Kunstpraxis. Von Beginn an nutzten Künstlerinnen das Komische in ihren Arbeiten, was für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgewählte Zeichnungen, Collagen, Aquarelle und Objekte von Marianne Werefkin, Hannah Höch, Jeanne Mammen, Hanna Nagel und Meret Oppenheim reflektieren. In den politisierten 1960er Jahren findet sich das Komische mit Nachdruck in Pop-Art und Fluxus, und die Forderungen der Frauenbewegung geraten in das Blickfeld der Kunst: Selbstironisch und mit bissigem Sarkasmus legten bekennende Feministinnen wie VALIE EXPORT, Eleanor Antin, Martha Rosler oder Birgit Jürgenssen tradierte Verhältnisse offen. In der Nachfolge rückten beispielsweise Rosemarie Trockel oder Cindy Sherman die Entlarvung grundlegender Mechanismen der Gesellschaft, Klischees der Alltags-, Konsum- und Kunstwelt in den künstlerischen Fokus. Selbstbewusst im Umgang mit weiblich konnotierten Themen und Materialien bereiteten sie damit jüngeren Künstlerinnen wie Sarah Lucas oder Pipilotti Rist einen fruchtbaren Boden.

Eleanor Antin, Anna Blume, Anke Eilergerhard, VALIE EXPORT, Lili Fischer, Sylvie Fleury, Andrea Fraser, Guerrilla Girls, Alice Guy-Blaché, Mona Hatoum, Hannah Höch, Romane Holderried-Kaesdorf, Birgit Jürgenssen, Maria Lassnig, Sarah Lucas, Jeanne Mammen, Charlotte Moorman, Christiane Möbus, Hanna Nagel, Yoko Ono, Meret Oppenheim, Pipilotti Rist, Martha Rosler, Elaine Sturtevant, Rosemarie Trockel, Twin Gabriel, Marianne Werefkin

Gezeigt werden rund 90 Werke von namhaften Künstlerinnen der letzten 100 Jahre. Die Ausstellung umfasst ein breites Medienspektrum von Malerei, Grafik, Objektkunst, Fotografie, Performance bis Film- und Videokunst. Vom 10.03.–09.06.2013 ist die Ausstellung im Paula Modersohn-Becker Museum in Bremen zu sehen.

Konzeption und Realisation: Rita E. Täuber


Katalog zur Ausstellung
„Gnadenlos. Künstlerinnen und das Komische“. Hrsg. Städtische Museen Heilbronn, 256 Seiten mit rund 170 Abbildungen, mit Beiträgen von Karoline Hille, Kirsten Claudia Voigt, Claudia Walkensteiner-Preschl, Rita E. Täuber, u.a., Wienand Verlag, 25 Euro (im Buchhandel erhältlich für 36 Euro)

 Filmbeitrag zur Ausstellung / SWR-Fernsehen Nachtkultur

 Abb.: Blick in die Ausstellung