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Thomas Schütte
// 12.07.–12.10.2014

Thomas Schütte erhält den Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2014. Der in Düsseldorf lebende Bildhauer ist einer der bedeutendsten deutschen Gegenwartskünstler. Schütte ist ein Einzelgänger, der nicht nur die figürliche Plastik neu belebt hat, sondern mit seinen Werken gesellschaftlich brisante Themen, wie etwa die deutsche Wiedervereinigung oder Fremdenfeindlichkeit pointiert kommentiert. Schütte ist kein Bildhauer im traditionellen Sinn: Die Bandbreite seiner künstlerischen Verfahren reicht von Bronzeguß und modellierter Keramik über das Experimentieren mit Oberflächen und ungewöhnlichen Werkstoffen wie Aluminium oder Fimo-Knetmasse bis hin zu architektonischen Konstruktionen.

Das Werk Thomas Schüttes kennt keine Entwicklung im klassischen Sinn. Vielmehr hat er sich seit den 1980er Jahren ein Repertoire an Motiven und Formen erarbeitet, das seitdem trägt. Eine weitere Besonderheit ist die Ambivalenz und Heterogenität der Werke. So stehen mächtige, voluminöse Frauenfiguren zwergenhaften Schöpfungen gegenüber, kraftvoll-sinnliche Figuren begegnen rätselhaften Gnomen und Wichten sowie antik anmutenden Frauenbüsten. Dennoch tragen alle Schöpfungen Schüttes Handschrift. Erfolgreich entziehen sich die Arbeiten einer Klärung und Deutung, doch ihre körperliche und emotionale Präsenz ist enorm und fasziniert Sammler und Experten gleichermaßen.

Die Ausstellung spannt den Bogen über zwei Jahrzehnte künstlerischen Schaffens und gibt einen exemplarischen Einblick in wichtige Werkgruppen wie die Kreuzzug-Modelle und die Frauen. Ebenso sind noch nicht gezeigte neu entstandene keramische Arbeiten zu sehen wie etwa die Serie der Masken. Schließlich bezieht der Künstler auch den Außenraum mit ein. Vor der Kunsthalle empfängt ein monumentaler Wächter die Besucher: die viel beachtete Stahlskulptur Vater Staat.

Die gemeinsam mit Thomas Schütte entwickelte Ausstellung ermöglicht eine spannende Wiederbegegnung mit einem facettenreichen Werk, das in diesem Umfang mit etwa 70 Werken zuletzt vor zwei Jahrzehnten im Südwesten zu sehen war.

SWR Filmbeitrag: Knetmännchen und Riesenskulpturen - Der Bildhauer Thomas Schütte


Katalog Zur Ausstellung ist ein Katalog im Hirmer-Verlag, München erschienen. Mit Beiträgen von Marc Gundel, Rita E. Täuber und Walter Grasskamp, (dt./engl.), 160 Seiten, 105 Abbildungen, Museumsausgabe 19,90 Euro (im Buchhandel 29,90 Euro)

Flyer Thomas Schütte.pdf

Abb.: 
Basler Maske, 2014, Foto: Nic Tenwiggenhorn
Aluminiumfrau Nr. 17, 2009, Foto: Nic Tenwiggenhorn
Fratelli, 2012, Foto: Achim Kukulies
Austellungsansicht, Modelle, Foto: Nic Tenwiggenhorn
Blumenoval, 2014, Foto: Mareike Tocha
Blaue Burg, 2005, Foto: Nic Tenwiggenhorn

© VG Bild-Kunst Bonn 2014: Thomas Schütte