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Ein Woodstock der Ideen
Joseph Beuys, Achberg und der deutsche Süden
/ 24.07.–31.10.2021

Joseph Beuys war nicht nur einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, er setzte sich auch leidenschaftlich für die Veränderung der Gesellschaft ein. Anlässlich seines 100. Geburtstags beleuchten die Städtischen ­Museen Heilbronn dieses Engage­ment in Kooperation mit dem ­Museum Ulm. Originale, teils noch nie gezeigte Dokumente und Materi­alien veranschaulichen die Aktivitäten des Künstlers im Umfeld des Internationalen Kulturzentrums Achberg (INKA), das als ein süddeutsches „Woodstock der Ideen“ galt. Seit den 1970er Jahren wirkte Beuys vor Ort regelmäßig an den Veranstaltungen des INKA mit und fand dort Gleichgesinnte im Streben nach einem humanen Miteinander.

Doch reichten Beuys‘ Verbindungen zum deutschen Südwesten über Achberg hinaus: Aus Giengen an der Brenz bezog er sein bevorzugtes Arbeitsmaterial Filz, das neben Fett zu einem Markenzeichen des Künstlers wurde. In Wangen im Allgäu ließ Beuys 1977 die berühmte Honigpumpe am Arbeitsplatz fertigen – sein Beitrag zur documenta6. Auch sein politisches Wirken verweist in die Region: 1980 war Beuys an der Gründung der Grünen in Karlsruhe beteiligt.

Mit Ein Woodstock der Ideen widmet sich erstmals eine Ausstellung Joseph Beuys‘ Beziehungen zu Süddeutschland. Zugleich zeigt die Schau, wie unmittelbar Kreativ-­Gestalterisches, Soziales und Politisches in Leben und Werk des Ausnahmekünstlers ­verbunden waren. Ausdruck finden Beuys‘ gesellschaftsreformerischen Ideen nicht zuletzt in zahlreichen Multiples und Grafiken, die dank einer großzügigen Dauerleihgabe der Franz Ernst Vogelmann Stiftung an die Städtischen Museen Heilbronn zu sehen sind.

Abb.: Joseph Beuys, 1981, Fotografie © Jürgen Leiendecker / Fotoarchiv, Ruhrmuseum Essen