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Roman Signer
Ernst Franz Vogelmann-Preisträger 2008

2008 wird der Schweizer Künstler Roman Signer mit dem erstmals ausgelobten Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur ausgezeichnet. Einstimmig votiert die Jury für Signer, dessen Neudefinition von Skulptur Denkanstöße vermittelt, Neugierde weckt und, auch im übertragenen Sinn, Zündstoff birgt. Seine Arbeiten veranschaulichen nicht allein die Monumentalität und Macht der Natur, sondern auch ihren Rang als eine dem Menschen weit überlegene Instanz.

Seit den 1970er Jahren arbeitet Roman Signer (*1938) an einem erweiterten Skulpturbegriff. An die Stelle klassischer Bildhauermaterialien wie Stein, Metall oder Holz treten Feuer, Wasser, Sand und Luft, die mit Fortbewegungsmitteln, Raketen oder Sprengstoff Transformationsvorgängen ausgesetzt werden. Die so durch den Künstler initiierten Formkräfte der Natur lassen ephemere, vergängliche skulpturale Ereignisse entstehen, die in Fotoserien, Film und Video dokumentiert werden. Damit gelingt es Signer, die Zeit als vierte Dimension in seine Arbeiten mit einzubeziehen. 

Auf den ersten Blick ähneln Signers Skulpturen experimentellen Versuchsanordnungen, erst bei genauerer Betrachtung erschließt sich deren Hintergründigkeit. Den Zugang zu seinen Werken erleichtern die Einfachheit und das Elementare in Material und Gestaltung ebenso wie sein subtiler Humor und sein Blick auf die Absurditäten des Alltags.

Die 2008 mit der Auszeichnung verbundene Präsentation im Museum im Deutschhof, die Signer mit einer eigens konzipierten Aktion eröffnete, war die erste institutionelle Einzelausstellung des Künstlers in Süddeutschland. 


Katalog zur Ausstellung
Roman Signer. Alles im Fluss, Hrsg.: Marc Gundel, Texte von Marc Gundel und Lothar Heinle, Kerber-Verlag, Bielefeld 2009, 80 S., 47 Abb., Museum: 12 Euro.


Abb.: Tisch mit Hut, 2005, © Roman Signer, Foto: Aleksandra Signer