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Gregor Schneider
Ernst Franz Vogelmann-Preis 2023

Gregor Schneider aus Mönchengladbach-Rheydt erhält den Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur 2023. „Wohl kein anderer Künstler transformiert architektonische Räume so radikal um und thematisiert dabei die Geschichte des Vorgefundenen“, so die Jury. Er „schaut hinter die Fassade der Dinge und definiert nebenbei die Begriffe Bildhauerei und Installation neu“ indem er Raum als ureigenes bildhauerische Material begreift und verwendet.

Mit der 30.000 Euro dotierten Auszeichnung ist eine Ausstellung verbunden, die von Juli bis Oktober 2023 stattfindet und eigens für die Kunsthalle Vogelmann Heilbronn konzipiert wird.

Sein 2001 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneter Beitrag „Totes Haus u r“ auf der Biennale Venedig machte Gregor Schneider schlagartig einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Dorthin hat er 24 Räume aus Rheydt überführt und im deutschen Pavillon aufsehenerregend verbaut. Sie sind Teil seiner Biografie aber auch Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit gesellschaftsrelevanten Themen und tabuisierten Fragen. Dahinter verbirgt sich Schneiders Auffassung, dass wir Räumen nie entkommen können, da sie neben einer physischen auch eine psychische Wirkung entfalten. In solchen komplexen Szenarien werden verunsichernde, irritierende Situationen geschaffen, die aus distanzierten Betrachter*innen handelnde Akteur*innen machen.

Gregor Schneider, geboren 1969 in Rheydt, lehrt seit 2016 an der Kunstakademie Düsseldorf. Zuvor war er 2009 an die Berliner Universität der Künste und 2012 an die Akademie der Bildenden Künste München berufen worden. Zu seinen wichtigsten Kunstprojekten gehören u.a. das sogenannte „Haus u r / Totes Haus u r“ 1985/2001, „Die Familie Schneider“ 2004, „Cube Hamburg“ 2007, „Weiße Folter“ 2005/2006/2007 oder „Sterberaum“ 2005/2011/2021. Mit Gregor Schneider wird die Reihe der renommierten Ernst Franz Vogelmann-Skulpturenpreisträger um einen prominenten und einflussreichen deutschen Bildhauer der Gegenwart bereichert.

Foto: © Inge Zimmermann