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Blick in die Archäologische Sammlung im Deutschhof

Eisen- und Bronzezeit

Bereits während der Eisenzeit (ca. 800 bis 450 v. Chr.) nutzten die Kelten die salzhaltigen Quellen im Heilbronner Raum. Dies belegen Bruchstücke luftgetrockneter Tonbecher, sogenannte Briquetage-Gefäße, aus dem 5. Jahrhundert, die zur Salzgewinnung in Salzsiedeöfen verwendet wurden. Internationale Aufmerksamkeit erfährt die Heilbronner Rekonstruktion eines solchen keltischen Salzsiedeofens. Ethnologische Vergleiche zeigen, dass weltweit, von der Steinzeit bis heute, auf diese Weise Salz produziert wird. 

Neben Siedlungsfunden ist die Eisenzeit durch Grabausstattungen ab Mitte des 8. Jahrhunderts v. Chr. in der Sammlung vertreten. Ausgestellt sind kunstvoll mit Grafit oder Ornamenten verzierte Grabkeramiken, die überwiegend aus einem Bestattungsplatz bei Neckarwestheim stammen. 

Aus der Bronzezeit (ca. 2.200 bis 800 v. Chr.) stammt ein bedeutender Depotfund verschiedener Bronzegussformen aus regionalem Sandstein, der 1959 in Heilbronn-Neckargartach geborgen wurde. Am Ende der Urnenfelderzeit dienten solche Formen zur Herstellung von Schwertern, Sicheln, Messern und Pfeilspitzen. 

Besonders wertvolle Exponate sind die Leihgaben des archäologischen Landesmuseums in Konstanz. Eine Frauenbestattung mit reichen Beigaben, die 1989 in Heilbronn-Klingenberg entdeckt wurde (Hügelgräberbronzezeit, ca. Mitte 2. Jahrtausend v. Chr.). Neben bronzenen Arm- und Beinringen wurde der Toten ein auffallend schönes Bernsteincollier mit einer für die Zeit ungewöhnlichen blauen Glasperle ins Grab gelegt.


Abb.: Keltischer Salzsiede-Ofen (Detail), um 500 v. Chr., Rekonstruktion nach Originalfunden in der Heilbronner Region: Lore Krämer-Bacher mit Dr. Martin Hees