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Blick in den Steinzeit-Raum in der Archäologischen Sammlung im Deutschhof

Steinzeit

Das bislang früheste bekannte Massaker der Menschheitsgeschichte, ein Massenmord in der Jungsteinzeit vor rund 7100 Jahren, wurde 1983 in Talheim entdeckt. Skelettreste von 34 Menschen im Alter zwischen zwei und 60 Jahren liefern Informationen über Lebensweise, Geschlecht und gewaltsame Todesumstände einer ganzen Dorfgemeinschaft aus der bandkeramischen Kultur, der ersten Kultur in Mitteleuropa, in der Menschen sesshaft wurden, Ackerbau und Viehzucht betrieben. Zu sehen sind neben lebensechten Rekonstruktionen verschiedener Opfer Abgüsse von Schädeln mit erkennbaren Hiebverletzungen.

Die Exponate der steinzeitlichen Sammlung entstammen überwiegend der Jungsteinzeit. In ihrer zeitlichen Abfolge wird die Entwicklung von Steingeräten aus Silex und Felsgestein sowie von Keramikgefäßen gezeigt. Aus befestigten Siedlungen des späten 5. und der zweiten Hälfte des 4. Jahrtausends v. Chr., den Michelsberger Erdwerken in Heilbronn-Klingenberg, Ilsfeld und Heilbronn-Neckargartach, sind Werkzeuge, Knochen- und Pflanzenreste sowie für die Michelsberger Kultur charakteristische Tulpenbecher zu sehen. Sie geben Auskunft über die damaligen Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Erdwerke der Michelsberger Kultur, benannt nach ihrem ersten Fundort, dem Michelsberg bei Bruchsal, sind in weiten Teilen Mitteleuropas entdeckt worden. Bis heute ist ihre genaue Funktion unklar. 

Die letzte Station führt in die Eiszeit. Von den Anfängen der in über 700.000 Jahren nachgewiesenen Menschheitsgeschichte in Süddeutschland sind bisher nur wenige Spuren des Menschen im Heilbronner Raum entdeckt worden. Älteste Originalfunde aus der Region sind Tierknochen aus den sogenannten Frankenbacher Schottern. Sie entstammen wärmeren Perioden während der Eiszeit um ca. 600.000 v. Chr.

Radtour Michelsberger Erdwerk

Abb.: Büstenabfolge zur Entwicklung des Menschen. Lebensechte Rekonstruktionen: Wild Life Art  – Wolfgang Schnaubelt und Nina Kieser