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Naturhistorische Sammlung mit Tradition

Die erste nachweislich dokumentierte naturhistorische Ausstellung in Heilbronn fand am 4. Oktober 1866 im Gasthof „Zum Falken“ statt. Sie war Auftakt weiterer Präsentationen vor allem des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg. Gemeinsam mit dem Naturwissenschaftlichen Museumsverein Heilbronn initiierte dieser die Gründung des 1916 eröffneten Robert-Mayer-Museums für Naturkunde am Alten Friedhof. Größter Bestandteil der Ausstellung war die mineralogisch-paläontologische Sammlung des Spitalarztes Ernst Friedrich Roman (1828-1862). Bereits 1935 zog das Museum aufgrund der wachsenden Sammlungen in das ehemalige Schülerheim in der Karlstraße um und verblieb dort bis zur Zäsur durch den Luftangriff am 4. Dezember 1944. Mit der Bombardierung waren die Bestände vollständig zerstört worden. Nur wenige Exponate – wie einzelne Pflanzenfossilien aus den Jägerhaus-Steinbrüchen – konnten geborgen werden.

Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der naturhistorischen Sammlung durch zahlreiche Funde aus der Heilbronner Region. In den Kiesgruben und Sandsteinbrüchen fanden sich u.a. eiszeitliche Mammut-Stoßzähne oder fossilisierte Schachtelhalmreste aus der Keuper-Zeit. Zudem wurde die Sammlung durch Ankäufe und Schenkungen erweitert.  Zu nennen sind hier insbesondere die aus ca. 3.000 Einzelstücken bestehende Mineraliensammlung von Hugo Killgus (1897-1968) und vor allem die geologisch-paläontologische Sammlung Otto Links (1892-1985). Erweitert wurde die Sammlung durch Muschelkalkfossilien, Abgüsse wertvoller Originale wie des „Steinheimer Schädels“ sowie eines beträchtlichen Konvoluts fossiler Hölzer. Beheimatet waren die naturhistorischen Sammlungen nach dem Wiederaufbau des Gebäudes bis Ende 2008 im ehemaligen Fleisch- und Gerichtgebäude in der Kramstraße 1. Seit 2016 werden Teile der Sammlung im Museum im Deutschhof präsentiert.