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George Grosz
Gegen den Strich
// 16.02.2008 – 11.05.2008 //

George Grosz (1893 – 1959), einer der bedeutendsten deutschen Künstler der 1920er Jahre, hat mit seinen satirisch überspitzten Kunstwerken wie kein anderer unser Bild von der Weimarer Republik geprägt. Er zählt mit Otto Dix zu den schärfsten Kritikern von Politik, Religion und der konservativ-reaktionären Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen. Seine Kunstwerke finden sich in nahezu jeder Abhandlung über diese Zeit.

Das Kaiserreich unter Wilhelm II. bot George Grosz – bürgerlich Georg Ehrenfried Groß – ebenso Motive wie der Kriegsdienst, aus dem er 1917 als "unbrauchbar" entlassen worden war. Geläutert durch seine Kriegsteilnahme avancierte Grosz zu einem politischen Künstler, begründete die Berliner Dada-Bewegung und amerikanisierte seinen Namen. Als Illustrator und Mitherausgeber verschiedener Zeitschriften und Mappenwerke geißelte er in bissigen Karikaturen die gesellschaftlichen Missstände, die er in Militarismus, Kapitalismus und Bourgeoisie verkörpert sah. Das machte den zeitweilig der Kommunistischen Partei angehörenden Grosz rasch populär, brachte ihm jedoch auch mehrere Anklagen wegen "Gotteslästerung" und "Angriffe auf die öffentliche Moral" ein. Im Nationalsozialismus wurde der Künstler als "entartet" verfemt. 1933 emigrierte er in die USA und kehrte erst in seinem Todesjahr 1959 endgültig nach Deutschland zurück. In Amerika wandte sich Grosz vorwiegend der Darstellung von Akten und Landschaften zu; Ende der 1950er Jahre nahm eine Werkgruppe von Collagen die Pop-Art vorweg, so dass sich der stilistische Bogen seines Gesamtwerkes von Adolph von Menzel bis Andy Warhol spannt.

Die Ausstellung knüpft an die erfolgreiche Schau "Akt - Geste - Psyche. Klimt - Schiele - Kokoschka" an, die im vergangenen Winter in Deutschland präsentiert wurde. Abermals liegt der Schwerpunkt auf Aquarellen, Handzeichnungen und Druckgrafiken. Rund 130 Arbeiten, darunter zahlreiche Leihgaben aus renommierten Museen und Privatsammlungen in Berlin, Frankfurt am Main und München, verleihen dieser umfangreichen Ausstellung retrospektiven Charakter.


Katalog zur Ausstellung
George Grosz. Gegen den Strich. Hrsg.: Städtische Museen Heilbronn, Texte von Marc Gundel, Birgit Möckel und Annette Vogel, Edition Braus Heilbronn 2008, 128 S., zahlr. Abb., geb., Museum: 18 Euro.

Abb.: George Grosz, aus der Serie "Die Räuber", Lithografie, 1922, © Estate of George Grosz, Princeton N.J. / VG Bild-Kunst, Bonn 2012