0

DH/ SILBER FÜR DIE WELT
TISCH- UND TAFELSILBER AUS HEILBRONN

Sevinç Daş, Vorstand des Türkischen Frauenvereins Heilbronn, erzählt von der türkischen Kaffeekultur früher und heute.

„Mein Name ist Sevinç Daş. Ich bin die zweite Vorsitzende vom Türkischen Frauenverein Heilbronn. Hier sieht man zwei Mokkatassen, Wasser(gläser) und ein Behälter für Lokum. Das ist so dieses Traditionelle, was man vom Osmanischen Reich übernommen hat. Die türkische Kaffeekultur zeichnet aus, dass man es zu jeder Tageszeit inzwischen trinkt. Ob das jetzt morgens nach dem Frühstück ist, mittags oder abends, bei besonderen Anlässen, wie zum Beispiel, wenn man um eine Hand anhält. Es ist wirklich eine Tradition, die sich über Jahrtausende hinzieht, wo man immer den Kaffee trinkt, bei jeglicher Gelegenheit. Was das ganz Besondere an Mokka ist, dass der Satz in der Tasse ist. Der komplette untere Bereich ist mit Satz gefüllt und (der) bleibt auch dort. Es wird kein Zucker nachgezuckert. Das wird alles beim Zubereiten entweder reingemischt oder man verzichtet komplett. Und ich glaube, das ist das Besondere daran, daraus zu trinken, ohne den Satz jetzt wirklich komplett im Mund zu haben. Traditionell gibt es dazu einen Behälter, so eine Art Milchtopf in Miniatur. Das nennt sich Cezve. Dann je nach Geschmack den Zucker hinzufügen, dann einen guten gehäuften Teelöffel Mokkasatz und dann wird das alles gerührt. Und dann bei wenig Hitze langsam aufgekocht. Dann wird es so abgegossen, dass oben ein Schaum entsteht, und das ist eigentlich die Kunst des Kochens. Wenn man das nicht so hinbekommt, sagt man sogar, würde man als junge Frau schwer zu vermitteln sein, weil es sei einfach das Wichtigste in der Küche, dass man den Mokka mit Schaum kocht. Heutzutage, wie alles, ist natürlich modernisiert worden. Es gibt die Mokka-Kaffeemaschinen, da mischt man alles nur noch zusammen und der Schaum ist hundertprozentig garantiert. Es gibt natürlich noch eine interessante Geschichte zum Kaffeetrinken. Das bekannteste ist eigentlich wirklich der sogenannte Heiratsantrag. Wenn das dazu kommt, ist es so, dass der Bräutigam eigentlich in seinem Kaffee Salz bekommt. Das ist so ein Running Gag geworden inzwischen. Eigentlich ist es eine falsche Tradition, die durchgeführt wird. Denn früher, als man um die Hand angehalten hat und die Braut den Bräutigam nicht wollte, hat sie ihm Salz statt Zucker in den Kaffee. Somit hat sie gesagt: ‚Ich will dich nicht‘, und das war die höfliche Art abzulehnen. Das hat sich irgendwann im Laufe der Jahrhunderte gewendet, so dass man es heute einfach aus Gag macht. Auch wenn man den Bräutigam möchte, macht man die Tradition noch mit dem Salz.“

zurück